Interview mit Peter Müller, Stationsbesitzer vom Surf Motion Center
und Organisator der IFCA Slalom Youth & Masters World Championships 2016

Redaktion:
Hallo Peter, bei Dir am Surf Motion Center in der Soma Bay in Ägypten finden vom 02. bis 06. Juli die „2016 IFCA Slalom Youth & Masters World Championships“ statt. Um was geht’s?

Peter Müller:
Die IFCA (International Funboard Class Association) ist eine Klassenvereinigung der Windsurfer, die in der ISAF, dem internationalen Segelverband organisiert ist. Einmal im Jahr werden die offiziellen Weltmeisterschaften im Slalom für die Altersklassen Junioren (bis 17 Jahre), Jugendliche (17-20 Jahre) und Masters (Damen ab 30, Herren ab 35 Jahre) ausgetragen. Und 2016 werden diese Weltmeisterschaften im Slalom hier bei uns in der Soma Bay statt finden. Die meisten Starter und Starterinnen sind Amateure, die nicht vom „Surfen“ leben können und diesen tollen Sport als Hobby betreiben, grundsätzlich kann aber jeder (also auch „Profi´s“ ) teilnehmen.

Redaktion:
Warum findet die Weltmeisterschaft 2016 gerade in der Soma Bay statt?

Peter Müller:
Laut IFCA Regelwerk müssen die Weltmeisterschaften jedes Jahr in einem anderen Land statt finden. Wir haben uns beworben und den Zuschlag erhalten. Wir haben hier ein optimales Revier, mit warmen Wasser und dabei noch sehr windsicher! Aus dem europäischen Ausland sind wir zudem gut, günstig und vor allem schnell zu erreichen. Wir haben viel Platz an der Station und eine sehr gute Infrastruktur vor Ort. Das Hotel „Palm Royale Resort Soma Bay“, welches direkt nebenan liegt, besticht durch seine weitläufigen Anlagen, den großzügig geschnittenen Zimmern, eine vielfältige, reichhaltige und sehr gute Küche und einem exzellenten Service. Bis zur Surfstation sind es nur 5 Min zu Fuß.

Redaktion:
Was macht den Spot so einzigartig?

Peter Müller:
Es ist das Gesamtpaket, das nahezu einmalig ist! Kurze Wege, viel Platz an Land, super flaches Wasser, ein extrem schneller Kurs der Top Speed und Fahrspass garantiert und eine Sandbank in Form einer Sichel, die es dem Zuschauer ermöglicht, den Rennkurs und die Action an den Bojen aus nächster Nähe zu beobachten.

Redaktion:
Mit wie vielen Teilnehmern rechnest Du?

Peter Müller:
Das ist schwer zu sagen, wir kalkulieren mit ca. 120 aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt und verteilt auf alle Altersklassen. Im Endeffekt müssen wir uns überraschen lassen.

Redaktion:
Was ist mit Deinen Gästen und den Kunden Deiner Surfstation? Was sagen die dazu?

Peter Müller:
Die ersten Reaktionen sind durchweg positiv. Allerdings ist das ein zweischneidiges Schwert für unsere Kunden. Das eigentliche Windsurfrevier verkleinert sich während der Veranstaltung durch die gesperrte Bucht, in der die Wettkämpfe stattfinden werden. Unsere Gäste werden also in der Zeit der Weltmeisterschaften ein bisschen durch die Veranstaltung beeinträchtigt. Wir haben aber jetzt schon auf unserer Homepage mehrfach auf diesen Umstand hingewiesen und auch unsere kooperierenden Reiseveranstalter sind bereits informiert worden. Wer die Weltmeisterschaften nicht als Zuschauer besuchen und genießen möchte, der bucht besser in einem anderen Zeitraum. Im Zweifel werden wir also über den Veranstaltungszeitraum mit weniger Gäste rechnen müssen.

Redaktion:
Aber sollte das Ziel mit einer solchen Veranstaltung nicht der Gewinn neuer Gäste sein? Warum macht Ihr das dann überhaupt?

Peter Müller:
Wir möchten in erster Linie den Sport fördern. Insbesondere im Bereich der Jugend. Windsurfen ist nicht nur ein sehr anspruchsvoller und zeitintensiver Sport, sondern auch ein kostspieliger. Mit der Ausrichtung der Weltmeisterschaften hier bei uns, ermöglichen wir vielen Windsurfern eine einfache und kostengünstige Teilnahme. Die Flüge nach Hurghada sind sehr erschwinglich, den Transfer bis zur Station bzw. bis zum Hotel organisieren wir und über unseren Kooperationspartner dem Palm Royale Resort Soma Bay können wir auch attraktive Preise für die Unterkunft anbieten. Dieser Sport lebt, wir sind ein Teil davon und wir möchten unseren Beitrag leisten. Ich selbst bin vor ein paar Jahren ins Slalom-Windsurfen eingestiegen. Nun möchte ich eine Veranstaltung von Surfer für Surfer anbieten, die für die Teilnehmer (die meisten sind Amateure) keine Wünsche offen lässt.

Redaktion:
Wer bezahlt das Vorhaben? Und wie sieht es mit der Refinanzierung aus?

Peter Müller:
Wir haben natürlich mit dem Hotel „Palm Royale Resort Soma Bay“ einen starken Partner an unserer Seite. Darüber hinaus versuchen wir, mit weiteren Kooperationen einen Teil der finanziellen Leistungen auf mehrere Schultern zu verteilen. Das ist aber nicht so einfach. Wir wissen genau, dass wir hier in Ägypten kein Public Event mit vielen Zuschauern und womöglich mit Eintrittsgeldern umsetzen können. Nein, eine Refinanzierung wird kaum möglich sein. Uns geht es aber in erster Linie um die Teilnehmer und deren Anhang, also die Trainer, die Familie, Caddys,…. Wenn wir die alle glücklich machen und der ein oder andere vielleicht im Jahr drauf zum Trainieren oder zum Urlaub machen hier her kommt, dann sind wir doch auch glücklich. Wir freuen uns natürlich über weitere Partner, wirklich angewiesen sind wir darauf allerdings nicht. Die Kosten sind kalkuliert und die Veranstaltung wird auf jeden Fall stattfinden.

Redaktion:
Vielen Dank für das kurze Gespräch. Wir wünschen viel Glück.

Peter Müller:
Ich habe zu danken.

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